Das HC der Zukunft

12.07.2018

Holstein-Center-Eigentümer Tim Erhardt stellt seine Pläne vor

Neues Logo, Kontrast von hellem Holz und dunkler Fassadenfarbe – so soll sich das neue Holstein Center präsentieren.

Den Eingangsbereich über die Fußgängerzone stellt Erhardt sich so vor: modern gestaltet, mit farblich betonter Auslichtung, einem einladenden Vorplatz, einem Wasserspiel und Bepflanzung.

Die Betonfassadenplatten am alten B&H-Gebäude sollen gereinigt und saniert werden; einige Platten werden rausgenommen und durch Hängegärten ersetzt, dazu ist Beleuchtung geplant.

Ein offener Food-Court und Marktplatz mit lokalen Spezialitäten und frischer Zubereitung – Erhardt legt großen Wert auf Gastronomie.

Die Parkflächen in der Tief- und Obergarage sollen saniert und mit einem Licht- und Soundkonzept versehen werden. Ab dem 18. Juli wird das obere Parkdeck für drei Monate gesperrt, dann beginnen die Arbeiten.

Auch drei E-Tankstellen sollen installiert werden. Fotos/Quellen: Tima

Itzehoe (tc) – Es klingt ja fast zu schön, um wahr zu sein. Wenn Tim Erhardt von den Plänen „meines Holstein Centers“ erzählt, vermittelt er den Eindruck, als spräche er von seinem dritten Kind. Er will aufräumen mit Gerüchten und seinen Bestandsmietern die Sicherheit geben, dass es vorangeht. Und das geht es, und zwar so richtig, so erzählt der HC-Inhaber. Anker hoch und volle Fahrt, die MS Holstein Center ist auf Erfolgskurs. Tim Erhardt wählt eine norddeutsche, eine maritime Sprache, als er der Presse von seinen Plänen berichtet. Als er das gleiche letzte Woche seinen Mietern erzählt hat, habe er als Feedback erhalten, dass nicht nur Wünsche, sondern Träume erfüllt würden.
Schon jetzt ist an einigen Stellen Baulärm zu hören. Rückbau hier, vorbereitende Maßnahmen dort. Ab nächster Woche wird das Parkdeck für drei Monate gesperrt, dann werden die Parkplätze nicht nur repariert, sondern das ganze Deck werde neu gestaltet, zum Teil sogar überdacht. Später seien die Parkplätze in der Garage an der Reihe. Dort sollen dann künftig nicht nur Kunden aus Itzehoe und Umland parken, sondern von der ganzen Westküste. Im Idealfall sogar Touristen aus dem ganzen Land.
Shopping (im Flächenvergleich zu vorher reduziert), Gastronomie und Lebensmittel sowie Familie, Sport und Entertainment – auf diesen drei Säulen soll das Holstein Center neu aufgebaut werden. Die gesamte ehemalige B&H-Fläche sei vermietet, vielleicht noch vor Weihnachten, spätestens im Frühjahr sollen dort zwei Mieter einziehen. Dann solle auch die B&H-Fassade neu gestaltet sein, mit sanierten und gereinigten Betonplatten und Klinkern, zwischendrin gibt es hängende Gärten und ein neues Lichtdesign. Der La-Couronne-Platz solle zusammen mit der Stadt geplant werden, um ein rundes Bild zu schaffen.

Drei Säulen: Shopping, Food-Court, Freizeit

Weitere Flächen im Center seien vermietet, mit vielen Unternehmen liefen Gespräche, sagt Erhardt. Namen nennt er noch nicht. Das ist ein Teil der Marketingstrategie, die er bis zum großen Re-Opening im Frühjahr 2020 fährt. Erstmal soll jedoch bis Frühjahr nächsten Jahres das alte B&H-Gebäude schier gemacht werden, dann ein Jahr lang das Center. Ganz unten soll ein großer Food-Court mit einem Mix aus Systemgastronomie, Restaurants und Marktständen entstehen, der über die Öffnungszeiten der Geschäfte hinaus genutzt werden soll. Dieser Marktplatz soll nach oben hin offen sein, die Deck wird rausgenommen – vom Eingang Brunnenstraße soll eine Rolltreppe wieder direkt nach unten führen, wo Erhardt sich auch weitere Angebote aus dem Freizeitbereich wünscht. Ein Kinderspielland oder eine Laserarena zum Beispiel.

Große Präsentation nach den Sommerferien

In einem Kreativbereich möchte Erhardt bis zu sechs Start-ups die Chance geben, sich auszuprobieren. Drei feste Unternehmen habe er bereits, spätestens am 1. September solle das erste einziehen. Die Gründer erhalten Verträge über sechs Monate zu vergünstigten Mieten, danach wird geguckt, wie‘s weitergeht.
Mit den Stadtwerken Itzehoe möchte Erhardt kooperieren, unter anderem solle Strom und Wärme durch ein eigenes Blockheizkraftwerk erzeugt werden, „um dem Energieverschwendungswahnsinnn ein Ende zu bereiten“. Die jetzige Versorgung sei irre teuer für die Mieter und katastrophal für die Umwelt, deswegen sollen künftig auch Holzdecken für ein besseres Raumklima sorgen. Und auch die Hochhäuser sollen davon profitieren. Von einem „green building“, einem grünen Gebäude, spricht der künftige Ex-Berliner, denn es zieht Tim Erhardt und seine Familie zurück nach Schleswig-Holstein. Ganz anders als „irgendwelche Investoren“, „die irgendwo auf der Welt“ sitzen, gehe er an die Sache ran, möchte die Immobilie selbst verwalten. „Es ist mein Holstein Center, meine Marke, ich kümmere mich selbst darum und irgendwann soll mein Sohn es übernehmen.“
Das ist Erhardts Ehrgeiz. Was ihn als Besucher anderer Shoppingcenter störe, möchte er mit seinem HC besser machen. Hauptsächlich auf Familien soll das künftige Center ausgerichtet sein, zweite Zielgruppe sind die Bestager, dann die Jungen. Unmengen an E-Mails und Facebook-Beiträgen habe er erhalten, darunter seien viele gute Ideen. Die Pläne wird er nach den Sommerferien bei Freibier und Würstchen im Center vorstellen und einige Ideen aus den Zuschriften präsentieren. Er möchte die Itzehoer mit ins Boot nehmen. Und erst viel Geld investieren, um langfristig natürlich auch Geld zu verdienen.
Denn so ein Schiff wie das Holstein Center kostet Geld. Deswegen gibt Käpt‘n Erhardt die Parole aus: „Planken putzen und neue Mieter anheuern!“ Dann mal: Anker hoch und volle Fahrt voraus!

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